
Equine Reproduction Knowledge Library Index Frozen Semen Import & Export Mare Management Stallion Management Equine Frozen Semen SBS Newsletter Archive Instructions for Thawing & Handling Frozen Semen
Zusammen mit SBS arbeiten kommerzielle und akademische Laboratorien weltweit mit verschiedenen Techniken. Für jeden Hengst werden Versuche durchgeführt, nach denen dann ein Protokoll erstellt wird. Daraus geht hervor, welche Variante dem einzelnen Hengsten am besten entgegen kommt. Doch trotz aller Unterschiede sind die Grundzüge immer gleich. Nach der Samenentnahme wird das Ejakulat verdünnt und zentrifugiert. Hierbei wird das Seminalplasma entfernt, da es während des Einfrierens den Samen schädigen kann. Zusätzlich werden durch diesen Vorgang die vorwärtsbeweglichen Spermien konzentriert, um eine ausreichende Anzahl pro Besamung zu gewährleisten.
- Nach der Entfernung des Seminalplasmas wird das entstehende Spermpellet mit einem Verdünner resuspendiert. Dieser enthält Zusätze zum Schutz des empfindlichen Spermiums während des Einfrier- und Auftauvorganges. Diese Zusätze differieren zwischen den einzelnen Verdünnern, aber basieren auf einer Grundlage von Zucker, Puffer für pH-Schwankungen, Eidotter oder Milchproteine und lipide, Glycerol als Frostschutz und Antibiotika.
- Den Spermien wird Zeit gegeben, sich gleichmäßig in dem Verdünner zu verteilen. Dann wird das aufbereitete Ejakulat in Pailletten abgefüllt. Diese sind deutlich mit dem Namen und der Lebensnummer des Hengstes sowie der Sprungnummer gekennzeichnet.
- Der eigentliche Vorgang des Einfrierens von Raumtemperatur auf -196°C ist sehr unterschiedlich und steht in Zusammenhang mit der gewählten Methode. Der Samen kann entweder schrittweise abgekühlt oder aber in kürzester Zeit gefroren werden. Hierfür ist eine computergesteuerte, programmierbare Einfriermaschine nötig, die den flüssigen Stickstoff nach Bedarf in die Frierkammer pumpt.
- Der so vorbereitete Samen wird dann in Flüssigstickstoff getaucht gelagert. SBS verfügt über ein umfangreiches, gut ausgestattetes Samenlager. Von hier kann der Samen dann sicher in Transportcontainer verpackt und verschickt werden.
Nicht jeder Hengst hat geeigneten Samen. Die hier auftretenden Unterschiede sind ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung, Tiefgefriersamen zu gewinnen. Großangelegte Untersuchungen in USA und Europa ergaben, dass auch mit Einsatz unterschiedlicher Techniken nicht jeder Hengst geeignet ist.
30% der Hengste einer Population sind gut geeignet 40% sind zufriedenstellend 30% hat Sperma, welches nach dem Auftauen keine für eine künstliche Besamung ausreichende Vorwärtsbeweglichkeit aufweist.
Dieses steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der Befruchtung der Hengste in der Frischbesamung oder dem Natursprung. Deshalb ist der einzige Weg, die Eignung eines Hengstes für den Einsatz in der Tiefgefrierbesamung zu bestimmen, einige Ejakulate nach verschiedenen Methoden einzufrieren und dann von jedem Sprung eine Auftauprobe zu nehmen. Hier kann festgestellt werden, wie gut die Spermien den Einfrier- und Auftauvorgang überlebt haben. Spermien, die anschließend nicht mehr vorwärtsbeweglich sind, sind Aufgrund ihrer Beschädigung befruchtungsunfähig. Die noch frei vorwärtsbeweglichen Samenzellen haben die Prozesse offensichtlich besser überstanden, doch gibt dieses leider noch keine Aussage über ihre Befruchtungsfähigkeit. Die Spermienmembranen und Akrosomen können geschädigt sein, ohne die Vorwärtsbeweglichkeit zu beeinträchtigen, eine Befruchtung ist jedoch nicht mehr möglich. Labore arbeiten an der Entwicklung von Tests die diese scheinbar gesunden Samenzellen erkennbar werden lassen.
Hengstbesitzer sollen sich in dem Gefühl wissen, modernste Technik und kompetentes Personal beauftragt zu haben. SBS steht auch noch dem Versand des Samens Züchtern, Besamungstechnikern und Tierärzten für Fragen jeder Zeit zur Verfügung. Wir wissen um die Gefahr des Zuchtrenomées, das auch bei guter Samenqualität durch falsche Handhabung schnell verloren geht.
 |